Brandstifter des Monats: Coworking Space – ein neues Zuhause für digitale Nomaden

In Hannover entsteht jetzt der erste echte Raum für intergalaktische Zusammenarbeit kreativer Hirnpiloten

stadtbrandfluss sprach mit Hardy Seiler, der zusammen mit fünf anderen Designern eine Firmenzentrale ohne Firma errichtet.
Selbstständige, Freiberufler und junge Unternehmen aus allen kreativen Bereichen sollen hier Raum haben, sich zu entfalten und vor allem durch den Kontakt mit Gleichgesinnten Inspiration schöpfen.


stadtbrandfluss:
Was ist das Besondere an eurem Konzept? Was genau ist "Coworking Space"?

Hardy Seiler:
Coworking stellt Arbeitsplätze und die Infrastruktur dazu. Besonders attraktiv ist "gemeinsames Arbeiten" für Freiberufler, Studenten und junge Unternehmen. Aber auch für Firmen, die Mitarbeiter kostengünstig in einem angenehmen Arbeitsfeld unterbringen wollen.

Im Coworking-Space bekommst du das i-Tüpfelchen, dass dir im Homeoffice immer gefehlt hat: Die Vernetzung mit anderen Kreativen und den Raum für Kommunikation.

Bei unserem Konzept legen wir besonders viel Wert auf die verschiedenen Zonen, in denen Leute arbeiten können. Dynamisch aber nicht durcheinander, konzentriert aber nicht zu verbissen. Wir selbst wollen den "Space" zum Arbeiten nutzen und genau da liegt das Besondere. Die meisten von uns kommen von der FH Hannover, und wir kennen uns mit Interdiziplinarität aus. Die beste Vorausetzung, um Coworking zu konzipieren. Aber nicht zuletzt sind es die Menschen, die die Atmosphäre im "Space" bestimmen werden.

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stadtbrandfluss:
Gibt es Unterschiede zum Betahaus Berlin?

Hardy Seiler:
Wir kennen das Betahaus nicht bis ins Detail, aber jeder "Space" ist anders. Der Charakter ensteht durch die Macher und die Bewohner. Ich denke nicht, dass wir ein berliner Abklatsch sein werden.

stadtbrandfluss:
Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Zuhause für digitale Nomaden zu schaffen?

Hardy Seiler:
Einige von uns haben die Coworking-Idee schon lange im Kopf. Das wollen wir jetzt mit anderen teilen. Die Zeit ist reif.

stadtbrandfluss:
Was kostet ein Platz in eurer kreativen Villa-Kunterbunt?

Hardy Seiler:
Bei uns kostet ein Platz ca. 120 Euro im Monat.

stadtbrandfluss:
Stehen eure Türen "Open End" offen, oder gibt es Öffnungszeiten, an die sich gehalten werden muss?

Hardy Seiler:
Von 9 bis 19 Uhr ist geöffnet, danach nur für Benutzer mit 24-Stunden-Tarif.

stadtbrandfluss:
Seid ihr daran interessiert, den treuen Stammgast-Freelancer zu beherbergen, oder wollt ihr lieber ein ständig wechselndes Gesichter-Tohuwabohu?

Hardy Seiler:
Wir wollen Stamm- wie auch Laufkundschaft. Am Anfang hätten wir natürlich gerne einige Kunden, die für einen längeren Zeitraum buchen. Außerdem wollen wir ein Tandem-Ticket etablieren. Die berühmten 12er-Tickets wird es auch geben.

stadtbrandfluss:
Zusammensein auf engerem Raum: ist da überhaupt konzentriertes Arbeiten möglich und gibt es dies bezüglich Regeln?

Hardy Seiler:
Feste Regeln nicht, aber es wird einen Leitfaden geben, der sicher genug Platz für spontane Ideen im Coworking lässt. Konzentriert arbeiten und Spaß dabei schließt sich nicht aus, wenn jeder mitmacht.

stadtbrandfluss:
Wie sehen eure Wünsche und Pläne für die Zukunft aus?

Hardy Seiler:
Wir wollen uns vergrößern, wir wollen Geld verdienen, wir wollen ein Straßencafe, wir wollen innovative Startups, wir wollen Stefan Sagmeister für einen Workshop - und wir wollen, dass Hannover als Kreativstandort noch attraktiver wird. Der "Space" ist der beste Nährboden für Ideen, die uns, Hannover und unsere Welt ein Stückchen besser machen.